Das Bayern-Dilemma

von Bernhard Ubbenhorst -

Jahrein, jahraus das gleiche Problem für Ligapropheten: Schafft es in dieser Saison ein Club dem übermächtigen FC aus München den ersten Platz streitig zu machen? Meistens überwiegt der Realismus den frommen Wunsch nach mehr Abwechslung und der Lederhosenverein wird automatisch auf Platz 1 gesetzt. Bei der kommenden Saison könnte sich das ändern. Denn auch an der Säbener Straße hat sich seit Pep Guardiolas Abschied einiges geändert. Noch ist unklar, ob Uli Hoeneß wieder die Abteilung Attacke übernimmt und ob es der Familie Ancelotti als Trainerteam gelingt, schnell genug die Fußballdeutschvokabeln zu lernen oder der Truppe genügend Basiswissen auf Italienisch beizubringen. Und kommt der Zauberdoktor Müller-Wohlfahrt zurück? Das ist wichtig, denn hinzu kommt dieses Jahr sehr früh ein Umstand, der bei den Bayern traditionell für Fracksausen sorgt: Robben ist verletzt!

Die Adduktoren! Jeder hat diese Muskelgruppe zum Adduzieren (Heranziehen) des Oberschenkels - sie liegt links und rechts in der Leistengegend, bei Männern gleich neben dem Gemächt - und nutzt sie täglich ohne Probleme. Weiß der Himmel was Herr Robben mit diesen Adduktoren anstellt, jedenfalls sind die bei ihm ständig kaputt.

Ein kurzer Blick in die Anatomie des Robbenkörpers bei Wikipedia liefert keine entscheidenden Hinweise, erklären aber seine enorme Grundgeschwindigkeit:

"Der Robbenkörper hat eine torpedoförmige Gestalt: Der abgeflachte Kopf ist durch einen dicken Hals nur undeutlich vom Rest des Körpers abgesetzt, der Schwanz nur noch als Rudiment erhalten. Die Gliedmaßen sind zudem bis zum Ellbogen beziehungsweise Knie in den Körper eingebettet, so dass nur Unterarm und -schenkel frei liegen. Alle diese Eigenschaften setzen den Strömungswiderstand herab."

Vielleicht liegt es ja an den zahlreichen, nicht artgerechten Flug- bzw. Tauchversuchen. Siehe hier: https://www.youtube.com/watch?v=nAVW9Hussao

Sportbild spekulierte schon: "Robben kaputt, kommt jetzt Sané?", womit wir schon bei einem anderen Favoriten für die Meisterschaft wären, wären bei dem nicht immer die gleichen Probleme zu beklagen. Immer wenn die Schalker ein einigermaßen gutes Pferd im Stall haben, wissen sie nichts mit ihm anzufangen und jagen es irgendwann vom Hof. Sie taugen nicht zum Favoriten. Traurig aber wahr. Ein Schalke-Fan hält das aus und hofft weiter, obwohl auch die Meisterschaft der Herzen gefühlt bereits länger als 50 Jahre zurückliegt.

Die Pütt-Kollegen aus Lüdenscheid-Nord reden sich derweil munter weiter ein, dass sie mit dem Krösus der Liga auf Augenhöhe stehen. Der Krumbacher Tuchel-Thomas beklagte nach dem Abgang von Mkhitaryan, Gündogan und Hummels den Verlust von "weltweitem Top-Niveau". Wird der BVB diesen kompensieren können? Und das ausgerechnet mit zwei Spielern wie Schürrle und Götze? Das erinnert an eine Rückrufaktion, notwendig geworden, weil sich bei beiden nach der Auslieferung versteckte Mängel offenbarten, die es nun zu beheben gilt.

Der erweiterte Favoritenkreis für diese Saison nimmt sich also sehr bescheiden aus. Die Kraft-durch-Freude-Stadt nahe Fallersleben wird vermutlich auch in diesem Jahr nichts reißen. Große Investitionen, die daran etwas ändern könnten, sind nicht zu erwarten. Auch wegen einer Rückrufaktion und angesichts drohender Milliardenstrafen nach der Abgasschummelei wäre das den VW-Schichtarbeitern später zusammen mit dem gestrichenen Weihnachtsgeld nur schwer zu vermitteln.

Und was ist mit Leverkusen, noch so ein Schwergewicht? Na, eher nicht... Vizekusen bleibt Vizekusen.

Bliebe noch die Frage nach Außenseitern, so einem richtigen Geheimfavoriten. Auch wenn es einige ungern hören mögen, der einzige Verein, dem diese Rolle zuzutrauen ist, heißt Rasenballsport Leipzig, der Bullenbrause-Club. Wer weiß, wie weit ihn schon in diesem Jahr die von Mateschitz verliehenen Flügel tragen?

 

Die 1. und 2. Propheten-Liga sind aller Voraussicht nach am Freitag, 22. Juli 2016 endgültig startklar.

Haltet Euch bereit!

 

Mit prophetischen Grüßen,

Bernd, Jo, Bernhard

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